Trotz 46.000 Unterschriften - Petition "Rettet die Berge" im Umweltausschuss gescheitert
Am 16.04.26 wurde die Petition "Rettet die Berge" im Umweltausschuss abgelehnt. Von über 46.000 Unterschreibenden wurde wurde die Rücknahme der § 9-11, mit denen die Schwellenwerte für eine Umweltverträglichkeitsprüfung für Skipisten, Seilbahnen und Beschneiungsanlagen angehoben wurde gefordert.
Der geplante Ausbau von Skiliften, Pisten und Beschneiungsanlagen am Fellhorn steht exemplarisch für eine besorgniserregende Entwicklung im Alpenraum: Naturschutzrechtliche Standards werden durch „Entbürokratisierung“ und „Beschleunigung“ übergangen und Beteiligungsprozesse eingeschränkt. Mit dem Argument eines „überragenden öffentlichen Interesses“ wird der Bau von Freizeitanlagen über den Schutz von hochsensiblen Ökosystemen der Alpen gestellt.
„Hier wird ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen“, warnt Axel Doering, Präsident der CIPRA Deutschland. „Wenn Projekte dieser Größenordnung ohne vollständige Umweltprüfung und trotz Lage in Schutzgebieten umgesetzt werden können, droht eine Entwertung des Naturschutzes im gesamten Alpenraum.“
Mit Unterzeichnung der Alpenkonvention haben sich die Länder verpflichtet, eine ganzheitliche Politik zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums sicher zu stellen - im Bewusstsein, dass Art und Intensität der Nutzung des Alpenraums bereits zu unwiederbringlichen Verlusten von Landschaft, Biotopen und Arten geführt haben und bei unveränderter Fortführung weitere Verluste folgen werden.
Und dennoch werden Gesetze zu Ungunsten des Alpenschutz verändert, internationale Abkommen ignoriert und Schutzgebiete unter dem Vorwand eines „überragenden“ öffentlichen Interesse von Freizeitanlagen ausgehebelt.
Die Alpen sind ein einzigartiger Natur- und Lebensraum von europäischer Bedeutung. Sie erfüllen zentrale Funktionen für Biodiversität, Klimaschutz und menschliche Erholung. Damit das so bleibt, braucht es wirksamen Naturschutz, transparente Verfahren und echte Beteiligung im Alpenraum.